Taktische Bezeichnung: ALF
Atemluftfahrzeug
Funkrufname: „Atem Wiener Neustadt“
Fahrgestell: MAN TGM 15.290
Motorleistung: 290 PS / 213 kW
Getriebe: Automatik
Höchstzul. Gesamtgewicht: 15.500 kg
Baujahr: 2020
Aufbau: ROSENBAUER CL in Alu-Sandwich Bauweise
Beladung (Besonderheiten): Ladebordwand Palfinger 1500 kg
Atemluftkompressor D.O.N. 650 Liter / Minute
Füllleiste mit
6 Anschlüssen 300bar und
2 Anschlüssen 200bar
Niederdruckanlage zur Versorgung fremdbelüfteter Schutzanzüge
12 Speicherflaschen (je 50l / 360 bar)
Dachklimaanlage mit Funktion Kühlen/Heizen
Einbaugenerator 40 kVA
elektrische Markise
Ladefläche als Zelt verbaubar
Notfallausrüstung Sauerstoff und Defibrillator
3 Stück Dräger CSS Schutzstufe 3 Anzüge inkl. Unterzieher und Leichthelm
AS – Reserveflaschen
AS – Reservemasken
Ausrüstung zur Errichtung eines Atemschutzsammelplatzes
Ladefläche bietet Platz für 4 Rollcontainer
u.a. Rollcontainer Dekontamination sowie Dekostraße

Das alte Atemluftfahrzeug musste nach 33 Jahren ausgeschieden werden. Nach 2,5 Jahren Planungsphase und Bauzeit konnte am 10. Dezember das neue Atemluftfahrzeug in Dienst gestellt werden.

Mit dem neuen Atemluftfahrzeug welches als zentraler Sammelplatz zur Verfügung steht, können nicht nur die klassischen Brandeinsätze bzw. Schadstoffeinsätze bewältigt werden, es kann auch für Unwettereinsätze im Stadtgebiet und für Einsätze im Gleisbereich der ÖBB (zum Beispiel für den Rettungszug) herangezogen werden. Einer der Schwerpunkte liegt jedoch im Körperschutz. Hier wurde – aus den Erfahrungen durch die COVID -19 Pandemie gewonnenen Erkenntnisse – besonders der Schwerpunkt auf Dekontamination und Eigenschutz gesetzt.

Dementsprechend musste die Beladung neu überdacht und angepasst werden, welche zum Großteil im Heck auf 4 Rollcontainern (Atemschutz, DEKO-Straße, Dekontamination und Auspump Rollcontainer) untergebracht ist. Dazu kommen Chemikalienschutzanzüge der Schutzstufen 2 und 3 sowie Schutz und Hygiene Ausrüstung für Pandemiebewältigung, Notfallrucksack mit Defibrillator, Sauerstoffbeatmungseinheit und vieles mehr. Mit einer tragbaren Niederdruckeinheit können einerseits Schutzanzugträger mit Atemluft versorgt werden und andererseits  die Atemluftversorgung in wichtigen Gebäuden wie Pflegeheimen oder dem LKH aufrecht gehalten werden. Dieses Beladekonzept kann, durch die großzügige Anordnung, die vielen Stauräume und die Flexibilität durch Rollcontainer jederzeit aktualisiert sowie einfach umgerüstet werden um langfristig gerüstet zu sein.

Der Kofferaufbau in (Alu-Sandwich Bauweise) ist in 3 Bereiche gegliedert: Technikebene, Arbeitsraum und Geräteraum. Mit einem 40 kVA Einbaugenerator wird die halbautomatische Atemluftkompressoranlage betrieben sowie sämtliche stromverbrauchende Gerätschaften des Fahrzeuges wie zum Beispiel die Umfeldbeleuchtung und der Lichtmast, welcher eine grüne Blitzleuchte zur Kennzeichnung des Atemschutzsammelplatzes sowie die Luft-Ansaugung für den Atemluftkompressor beinhaltet. Der leistungsstarke Lichtmast kann die Einsatzstelle in der Nacht im Umkreis von ca. 25 Meter in alle Richtungen bestens ausleuchten.

Bei Schlechtwetter oder starker Sonneneinstrahlung kann auf der rechten Fahrzeugseite eine Markise ausgefahren werden und auf der Heckklappe ein Planenvorhang eingehängt werden. Der zweite Bereich kann sogar je nach Witterung beheizt bzw. klimatisiert werden. Unter der Markise ist gleich der Flaschenwechselbereich situiert. Dort können von außen die Flaschen direkt zur Füllstation übergeben und volle Flaschen sogar transportiert werden.

Um in einem Ballungsgebiet wie Wiener Neustadt die Mannschaft auf öffentliche Straßen bzw. Flächen bestens zu schützen, wurde am Heck eine Verkehrsleiteinrichtung verbaut sowie bei der Planung darauf geachtet, dass sämtliche Stellen wie Flaschenschleuse oder einsatzrelevante Geräteentnahmestellen auf der rechten und damit auf der verkehrsabgewandten Seite befinden.